Amerika hat gewählt. Und wie! Der konservative Hallodri und mehrfacher Monopoly Weltmeister Donald Trump hat das Rennen für sich entschieden. Die ganze Welt hält die Luft an, erste Weltkriegsszenarien werden durchgespielt, die Bunkerindustrie läuft auf Hochtouren. Doch deMisere gibt die Entwarnung: Es war alles nur ein riesiger Satire-Coup.

Amerika hat gewählt. Und wie! Der konservative Hallodri und mehrfacher Monopoly Weltmeister Donald Trump hat das Rennen für sich entschieden. Die ganze Welt hält die Luft an, erste Weltkriegsszenarien werden durchgespielt, die Bunkerindustrie läuft auf Hochtouren. Doch deMisere gibt die Entwarnung: Es war alles nur ein riesiger Satire-Coup.
"Vor zwei Jahren nahm ich mit Donald Kontakt auf. Ich berichtete ihm von meinen Plänen, die anstehende US-Wahl ad absurdum zu führen. Der US-amerikanischen Gesellschaft sollte vorgeführt werden, was sie anrichten können. Gleichzeitig hatten sie ja die Möglichkeit, diesen Wahnsinn jederzeit aufzuhalten. Wir haben sie leider etwas überschätzt."

Stecken gemeinsam unter einer Narrenkappe: deMisere und deTrump.

Donald Trump äußert sich unmittelbar nach seinem Wahlerfolg im Telefoninterview:
"Ich hätte nie gedacht, dass wir das ganze Projekt so lange durchziehen. Spätestens das Ding mit der Mauer hätte den ganzen Spaß doch auffliegen lassen sollen. Doch es hat sich alles verselbstständigt und ich konnte sagen, was ich wollte. Ich hätte wahrscheinlich sogar Katzenbabys im Live-Fernsehen foltern können, ohne das Projekt zu gefährden. An dieser Stelle möchte ich mich bei über 200 Personen und Bevölkerungsgruppen entschuldigen, die ich im Zuge meiner Scherzkampagne beleidigt habe. Ich werde mein Amt natürlich an einen geeigneteren Kandidaten abgeben. Es wäre schließlich Wahnsinn, einen ahnungslosen Dummdödel auf den Thron der freien Welt zu setzen."
Der Planet kann nun also doch beruhigt ins Bett gehen mit der Gewissheit, dass der Spuk morgen endlich ein Ende hat.



Bildquelle: Gage Skidmore [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Gestern geisterte eine scheinbar erfreuliche Nachricht durch die Gazetten und durch sämtliche Social-Media-Profile: Die Elbphilharmonie hat fertig! Heute dann die große Enttäuschung:
Fertig, abwischen? Bildquelle: spiegel.de

Gestern geisterte eine scheinbar erfreuliche Nachricht durch die Gazetten und durch sämtliche Social-Media-Profile: Die Elbphilharmonie hat fertig! Heute dann die große Enttäuschung. Der leitende Diplom-Elektroniker Christoph Lichtenberg tritt vor die Mikrofone der Lokaljournaille: 

"Ich bedauere sehr, dass wir gestern den Anschein erweckt haben, die Arbeiten an der Elbphilharmonie seien abgechlossen. Wir haben lediglich einen Beleuchtungstest durchgeführt, wobei wir feststellen mussten, dass gerade einmal 40% der installierten Leuchtmittel funktionstüchtig sind. Dass es von außen wie eine freudige Botschaft ausgesehen hat, wurde uns erst klar, als wir heute morgen die Zeitungen aufschlugen."

Dieser Vorfall ist nicht das einzige Missverständnis in der langen Geschichte des neuen Hamburger Opernhauses. Seit dem Großbrand 1842 plant die Stadt Hamburg den Wiederaufbau des Prestigeprojekts im Hamburger Hafen. Erst vor Kurzem bildete sich eine große Schlange vor den Eingangstoren der Konzerthalle, als in großen Lettern das Wort "offen" über dem Haupteingang erstrahlte. Doch auch hier handelte es sich nur um einen fehlgeschlagenen Elektroniktest der Anzeigetafel. Aus Testgründen sollte hier der Text "hoffentlich sind wir bald fertig" aufflimmern, die Elektronik war aber nicht im Stande, mehr als fünf Buchstaben abzubilden.


Auf die Frage, wann man denn nun endlich mit der Fertigstellung rechnen könnte, entgegnete Lichtenberg: 

"Ich würde mich jedenfalls nicht auf scheinbare Signale der Außenfassade verlassen. Wenn es soweit ist, wird der leitende Architekt vermutlich nackt durch die Innenstadt Hamburgs rennen und seine schmutzige Unterwäsche vom Michel werfen. An seiner Stelle wäre ich auch kurz vor dem Nervenzusammenbruch."

Starblogger deMisere verrät, dass er trotz seines steilen Aufstiegs (+5 Likes in der letzten Woche) auf dem Teppich geblieben ist und sich tief in seiner Heimat Schleswig-Holstein verankert fühlt. Als Tribun an die Straßen und Äcker, auf denen deMisere aufwuchs, hier drei schnelle Nachrichten aus der Region.
 
Bildung
Die Landesbildungsministerin Ernst wedelt freudestrahlend mit einer amtlich beglaubigten Kopie in der linken Hand vor den Fernsehkameras: Heute war Zeugnistag. Die Ergebnisse des bundesweiten Ländervergleichs der neunten Klassen sind es, die Ernst so froh machen. "Ich hab in Deutsch 'ne Eins und in Englisch 'ne Eins Minus. Da krieg' ich bestimmt zehn Mark von Oma,dann kann ich am WE noch ins Kino und dazu noch ne Naschtüte".
Schleswig Holstein belegt im bundesweiten Vergleich damit den dritten Platz, hinter den Streberbayern und den sonst so hinterwäldlerisch wirkenden Sachsen. Man ist also schlau, aber gleichzeitig cool. Schleswig-Holstein ist der, der im Bus hinten sitzt und seine Hausaufgaben schnell noch auf dem Rücken des Nachbarn schreibt, aber er macht sie immerhin. 2009 sah alles noch ganz anders aus: SH belegte im ersten Durchlauf des IQB Bildungstrends lediglich einen Platz im unteren Mittelfeld. Ein Zeitzeuge erinnert sich:

"Beim letzten Mal hatte ich voll kein Plan was dir von mir wollen. Diesmal war viel besser. Nächstes Mal schaff ich's bestimmt!"  Sören S., 24, Aus Söby (Name geändert)

Unglück im Unglück

Die Kultdiskothek "Nautic Club" in der Gemeinde Timmendorfer Strand wurde vom gefährlichsten aller Elemente - dem Feuer - heimgesucht.
Die Löscharbeiten der Freiwilligen Feuerwehr wurden massiv von Gaffa behindert. 
Nach langem Schweigen äußert sich schließlich, exklusiv auf deMiseres Notizblog, Klaus Kleber, Pressesprecher des deutschen Gaffa-Verbundes:
Lässt sich auf keine eindeutige Aussage festnageln: Klaus Kleber.
 Politik
Die CDU SH hat sich im Angesicht der schlechten Umfrageergebnisse von ihrem charismatischen Spitzenkandidaten und Dauergrinser Ingbert Liebing verabschiedet. Nun muss also schnell ein neuer Matador in die Arena geschickt werden. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Zunächst wurde die (Un-)Möglichkeit diskutiert, Uwe Barschel zu reaktivieren. Man kam aber zu dem Ergebnis, dass er durch den jahrzehntelangen Badewannenaufenthalt bis zur Unwählbarkeit zusammengeschrumpelt sei. Den Harrypeter wollte man nicht. Zu viel Teddybär-Aura für die Herausforderungen in diesen schweren Zeiten. 
Bürgernah und gleichzeitig angriffslustig, jung aber erfahren muss er sein. Vielleicht auch mal eine Frau? Nein, dazu ist das Land noch nicht bereit. Langsam wird die Wahl eng, es bleiben nur noch Kandidaten, deren Nachname gleichzeitig auch der Vorname sein könnte. Ein Vorteil? Bringt das vielleicht die entscheidenden Prozentpunkte am Wahltag? Möglich wär's. Aus der Parteizentrale nahe des Kieler Hauptbahnhofs steigt weißer Rauch empor, der gesichtslose Parteivorstand tritt auf den Balkon und verkündet dem Volk die frohe Kunde: "Habemus Candidatus Primus: Daniel Günther!" Der Parteivorstand lässt gegenüber der Presse verlauten, die Entscheidung sei ihnen unfassbar leicht gefallen: "Es war schlichtweg Liebe!"

In jüngster Vergangenheit wurde aufgedeckt, dass der Nationalsozialistische Untergrund um das illustre Trio Böhnhardt-Zschäpe-Mundlos eine längere Kriminalgeschichte geschrieben hat, als bisher vermutet. deMisere gießt weiteres Öl ins Feuer und veröffentlicht seine persönlichen Ermittlungsergebnisse.
In jüngster Vergangenheit wurde aufgedeckt, dass der Nationalsozialistische Untergrund um das illustre Trio Böhnhardt-Zschäpe-Mundlos eine längere Kriminalgeschichte geschrieben hat, als bisher vermutet. deMisere gießt weiteres Öl ins Feuer und veröffentlicht seine persönlichen Ermittlungsergebnisse.
 
1. Die Causa Daum
Das Leben im Untergrund ist teuer und muss konsequent durchfinanziert werden. Ein Geheimdetektiv, der in den frühen 2000ern in der Causa Daum ermittelte, konnte Uwe Mundlos und Christoph Daum bei einem Koksdeal in Jenas dunklen Gassen ablichten. Daum erklärte später, dass er im Vorfeld der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde gegen Carl-Zeiss noch auf der Suche nach einer "Motivationsspritze" gewesen sei.
Uwe Mundlos beim Däumchen drehen.
2. The Birth of a legend
Auch auf dem regulären Dienstleistungsmarkt waren Doppel-Uwe und Beate unterwegs: Auf der Suche nach einem passenden Tonstudio für die Aufnahme ihres ersten Albums stießen die heutigen Stadienfüller von The Hives im Jahr Sommer 1996 auf eine Anzeige in der Thüringer Allgemeinen:

Suchen: Aufstrebende Band mit dreckigem Sound, bieten: Drei ambitionierte Tonspione, die es mal richtig krachen lassen wollen; Ausgebaute Garage mit integriertem Tonstudio. Kontakt: Mouthless Records, Garagenverein an der Kläranlage, Luke 6, 07747 Jena.

Calm like a bomb: Mouthless Records 1996.
Die Band äußerte sich später zu ihrer früheren Bekanntschaft aus dem thüringer Hinterland: "Die Typen waren verrückt. Die hatten nur ein paar Boxen in 'ne alte Garage gestellt und nahmen das ganze mit nem Fisher-Price Kassettenrekorder auf. 'Nen geileren Sound haben wir danach nie wieder hingekriegt. That's fuckin' Garage-Rock!"
Auf ihrem 2007 erschienenen Album widmeten die Schwedenrocker dem Trio die erste Single-Auskopplung Tick-Tick-Boom. Der dieser Geste innewohnende Zynismus wurde den Schweden erst später bewusst.

3. Der spektakuläre Freitod des Jürgen W. Möllemann

Viele Mythen ranken sich um das fulminante Ende des Jürgen W. Möllemann. Verschwörungstheoretiker behaupten etwa, Möllemann befand sich im Fadenkreuz des Mossad, andere Stimmen sprechen von einem PR-Gag der FDP-Spitze. Soweit, so unklar. Klar und deutlich zeigt jedoch folgender Schnappschuss eines Vogelkundlers, dass der NSU auch beim Todessprung des FDP-Überfliegers nicht unbeteiligt gewesen ist: 
"And this bird you cannot change."
4. Es war ja nicht alles schlecht...
Anfang 2010 wurde die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland Margot Käßmann von der Polizei mit 1,54 Promille unter der Haube hochgenommen. Spekulationen, dass Ex-Kanzler Schröder mit der flotten Margot unterwegs war, stellten sich später als Humbug heraus. Fakt ist jedoch, dass sich Käßmann zuvor auf einem Gemeindetreff in Zwickau mit einer wütenden Mittdreißigerin über das Nazi-Regime stritt. Es handelte sich um Beate Zschäpe. Käßmann ließ sich zu einer Spritztour über Deutschlands Autobahnen überreden, wobei Zschäpe beweisen wollte, dass "damals doch nicht alles schlecht war". Wie es sich für einen guten Mädelsabend gehört, befanden sich auch mehrere Kisten Piccolo-Sekt im Gepäck. Bei einem Zwischenstopp in Neubrandenburg entstand das Beweisfoto:
Acht Cola Acht Bier. Zschäpe und Käßmann auf ihrer "girls night out"-Tour.

In der vergangenen Woche wurde, wie jedes Jahr, wenn die Tage wieder kürzer und die Gesichter länger werden, einer der prestigeträchtigsten Preise des Globus verliehen.

And the award goes to...

In der vergangenen Woche wurde, wie jedes Jahr, wenn die Tage wieder kürzer und die Gesichter länger werden, einer der prestigeträchtigsten Preise des Globus verliehen: Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017. Damit gesellt sich die mittelgroße Eulenart in eine illustre Reihe von gefiederten Würdenträgern, zusammen mit dem Pirol (1990), dem Weißstorch (1984, 1994) oder der Dohle (2012).

Der seit 1970 von dem allgemeinen Deutschen Lufttier Ehrungs Ring (kurz: ADLER) verliehene Preis konnte in der Vergangenheit schon so manches Mal am Rad der Geschichte drehen. So war der Titelgewinn des Wendehalses im Jahre 1988 bereits ein Vorbote der bewegten deutsch-deutschen Geschichte in den Folgejahren. Die Ernennung der Hanss-Martin-Schleiereule zum Vogel des Jahres 1977 bekam spätestens im deutschen Herbst einen faden Beigeschmack.

Wo Gewinner, da Verlierer
Auch in diesem Jahr ist die Entscheidung des Festkommitees nicht unumstritten. Es mehren sich Stimmen, die von Wettbewerbsverzerrung und Vorteilsnahme sprechen:

"Es ist ja wohl offensichtlich, dass sämtliche dämmerungs- und nachtaktive Waldvögel unter dem Schutz eines namhaften Klebstoffherstellers stehen, welcher rein zufällig den gesamten Bastelbedarf des ADLER-Verbandes zu einem Spottpreis deckt. Andere Vogelarten haben da kaum eine Chance." Vorsitzender des Verbandes deutscher Laufvögel, Franz-Joseph Strauß

Jürgen Vogel, Schreiber für die überregionale Tageszeitung BIRD und Kenner der Szene, lobt den Mut dieser Aussage:

"Es ist nicht selbstverständlich, sich derart kritisch gegenüber der Preisverleihung zu äußern. Im Adler-Verband herrschen raue Sitten, teilweise schlimmer als im Kuckucksklan!"

Kann sein Glück kaum fassen: der Waldkauz.

Der Überflieger bleibt auf dem Teppich
Trotz aller Kritik wird der Waldkauz die ehrwürdige Auszeichnung annehmen und ist sich seiner Verantwortung bewusst:

"Ich werde meine Amtszeit der Imagepflege der in jüngster Zeit in Verruf geratenen Tiergruppe Vogel widmen. Hierzu werde ich mit gutem Beispiel vorangehen und fortan nicht mehr auf parkende Autos oder jede Art von Denkmälern koten. Ferner begrenze ich meinen Gesang in den Morgenstunden auf das Notwendigste. Gut Flug!" 



Bildquellen: Nobelpreis - Anubis3, Waldkauz - Adam Kumiszcza, CC BY 3.0,

Wieso, Herbst?!
Der Herbst kommt, und mit ihm tausend Fragen: Warum ist Kleidung so kompliziert? Ziehe Ich die lange Unterhose über oder unter die reguläre U-Hose? Welches sadistische Arschloch hat den Windbreaker erfunden? Wer ist für die Bergung von Longboardern aus den kommunal angelegten Laubhaufen verantwortlich? Und was tun, wenn der Straßenverkehr kollabiert?
An der Universität bilden sich kilometerlange Staus, mittvierziger Mütter schmeißen ihren Sprösslingen die Brotdosen hinterher und weisen auf die ständigen Gefahren des Alltags hin: Der Joghurt im Turnbeutel, die Großen, die im Bus hinten sitzen und die größte aller Verführungen: das Rauchen. Auf dem Campus sind Abitur-Pullover aus allen Provinzen des Landes zu finden:

 

  • LABIrinth - 13 Jahre planlos zum Ziel. Wolfgang-Borchert-Gymnasium Halstenberg
  • KABItän Blaubär - Immer blau und trotzdem schlau. Kopernikus-Gymnasium Bargteheide.
  •  ABIkini - Knapp, aber passt schon. Graf-Friedrich-Schule Diepholz"

Ein Grimmepreisträger  jagt den nächsten.

Wasted German Youth
Statistiken belegen,  dass das Durchschnittsalter der Studienanfänger seit 1995 um 0,9 Jahre auf 21,6 Jahre gesunken ist.
Wenn dieser Trend sich fortsetzt, müssen spätestens im Jahr 2321 Kinderhochstühle in den Hörsälen und Mensen installiert werden.

Nicht nur das Alter,  sondern auch die Anzahl der Studienanfänger verändert sich.  G8, doppelte Jahrgänge,  Bildungsflüchtlinge aus Skandinavien und nicht zuletzt die Spätfolgen der letzten Rechtschreibreform sorgen für die Überflutung des Campus. Die Hochschulverwaltung verschließt vor diesem Trend die Augen und verfällt stattdessen in einen Selbstzerstörerischen Rausch (siehe Abbildung). Vermutlich empfahl Prof. Dr. Norbert Nübler, geschäftsführender Direktor des Instituts für Slavistik,  die Strategie der verbrannten Erde,  welche einst Napoleon im Russlandfeldzug gegen Zar Alexander I. in die Knie zwang.

CAU steckt Kopf in den Sand und verbrennt die Erde
Lebst du noch oder wohnst du schon?
Nicht nur auf dem Campus macht sich die neue Akademikerwelle bemerkbar. Auch der Wohnungsmarkt steht kurz vor der Implosion. Unterschiedliche Projekte des Studentenwerks und anderen Semiprivaten Wohnungsdienstleistern sollen die Bombe entschärfen. Nach dem großen Erfolg des 'Wohnen für Hilfe'-Programms, bei dem Studenten ihre Hand- und Spanndienste einem Rentner anbieten, und im Gegenzug ein ehemaliges Kinderzimmer als Lehen erhalten,  soll nun das nächste Konzept vom Stapel gelassen werden. Studenten teilen die Wohnung mit einem Tier. Arbeitstitel 'Haus oder Hütte?' Schlafen in der Scheune, Heuschoberromantik. Immer eine Idee voraus, diese Grünen.
Wem diese Programme aus menschenfeindlichen Gründen nicht zusagen, kann sich auf dem tertiären Wohnungsmarkt umsehen und wird schnell auf verlockende Angebote der hiesigen Burschenschaften und Studentenverbindungen stoßen. 
 
Die Vorteile: 
  • Ein Bund fürs Leben: Mietrecht ohne Laufzeitbegrenzung. 
  • Reine Männer-WG: Keine lästigen langen Haare in der Dusche. Kein Gezicke, kein Gezeter.
  • Spielend Lernen: Auf den traditionellen 'Kneipen' wird mit historischem Liedgut und altertümlicher Lyrik an 'die gute alte Zeit' erinnert.
  • Die Kosten: Für einen Spottpreis erhält man ein Zimmer in einer Stadtvilla in Toplage.

Doch schon Hegel wusste:

"Das dialektische Moment ist das eigene Sichaufheben solcher endlichen Bestimmungen und ihr Übergehen in ihre entgegengesetzten."

Oder anders gesagt: 'Ne Medaille hat immer zwei Seiten. Die Nachteile:

  • Die persönliche Integrität und Coolness wird an der Garderobe abgegeben
  • Bei offiziellen Veranstaltungen und teilweise auch im Uni-Alltag muss ein albernes Band getragen werden. Sieht aus wie ein Sicherheitsgurt aus den 1970er Jahren.
  • Das ewige Fechten: Schlagende Verbindungen schlagen sich die Zeit auf Mensuren tot. Vorsicht: Mit einem Schmiss sieht man weniger aus wie ein schmissiger James Bond Superschurke, vielmehr dient dieses Stigma als internationales Erkennungszeichen für völkische Vollidioten.

Aber wenn man Hegel zu Ende liest - was niemand tut - erkennt man im Umkehrschluss, dass aus allem Schlechten auch etwas Gutes erwächst. Nach Bush kam Obama, nach Regen kommt Sonnenschein, nach einer Saison im Abstiegskampf spielt Pauli um den Aufstieg, Ja, selbst Hitler hatte die Autobahnen.

So bietet die neostudentische Lebenswelt viel Potenzial für eine neue Sitcom: 
"Meine Villa, die Nazis und Ich"
Ein Junge aus kleinstädtisch-sozialdemokratischem Milieu - der Vater Ortsbeiratsvorsitzender, die Mutter Sozialpädagogin - tritt versehentlich der Alten Königsberger Burschenschaft Alemannia bei und wohnt nun Tür an Tür mit AfD-Würdenträgern und anderen völkischen Burschis. Er tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste, doch nach einiger Zeit schließen die Königsberger Klöpse den kleinen Sozi in ihr Herz und sie erleben gemeinsam viele Abenteuer. In einer Episode beklagt sich der junge Sozi über das völkische Auftreten seiner Burschen. Nach langem Streit einigen sich alle darauf, den Begriff 'völkisch' wieder positiv zu besetzen. Am Ende der Folge sitzen alle in der wöchentlichen Kneipe, lachen fröhlich und leugnen gemeinsam den Holocaust. Fin.

Die UN berät zurzeit über den Nachfolger des Ende des Jahres scheidenden Generalsekretärs Ban Ki Moon. Erneut ist die Weltgemeinschaft kurz davor, einen weiteren profillosen Grüßaugust zu installieren, der auf dem internationalen Parkett bloß nicht aneckt und mit einem freundlichen Mondgesicht die kriegstreibende Weltgemeinschaft zum kollektiven Klippo auffordert. Etwas spät, aber gerade noch rechtzeitig liefert deMisere eine Liste von Kandidaten, die wie für das Amt perfekt zugeschnitten wären:

 
1. Franz Beckenbauer
Auf Kontaktsuche mit den Eingeborenen: Kaiser Franz
Mit seinem weltmännischen Auftreten und seinem Verhandlungsgeschick hat er das Unmögliche wahr gemacht und die Fussball WM 2006 in das Heimatland der Großveranstaltungen (Dreißigjähriger Krieg, Völkerschlacht bei Leipzig, Olympiade 1936, Nürnberger Prozesse, Geiselnahme von Gladbeck) geholt. Mit seinen weitreichenden Beziehungen in die königlichen Brieftaschen dieser Welt wäre Beckenbauer der ideale Kandidat für den buchhalterisch total überforderten Verein in der New Yorker Skyline. Er kennt diesen Planeten, jede Ecke, jeden Winkel: "Selbst in Afrika habe ich viele Länder bereist, im Süden, im Norden, na ja in der Mitte auch - Togo, Kamerun, Angola." Nicht nur für die nächste Partie Stadt-Land-Fluss wäre Kaiser Franz also gerüstet.
 
2. Abu Bakr al-Baghdadi
Abu Bakr al Baghdadi, painted portrait P1040030
Kennt den Weltschmerz: Kalif Ibrahim

Sein Islamischer Staat ist im Hintertreffen. Die Henker beschweren sich über Schulterschmerzen vom ständigen Enthaupten. Die Krieger haben keine Lust mehr auf Trockenbrot und Gänsewein, sie wollen auch mal wieder Sex, Drugs & Rock'n'Roll. Nichtsdestotrotz wäre es schade, einen solch charismatischen Politiker einfach so von der Bildfläche verschwinden zu sehen. Er könnte noch vor Jahresfrist seinen Posten in der Wüste räumen und ein vollverglastes Büro am East River beziehen. Vorteil für die Weltbevölkerung: Mit failed states kennt er sich aus!

3. Christian Wulff

Weltmeister im Dauergrinsen: Christian Wulff

Der Edeljoker der CDU springt überall da ein, wo ein Amt zu besetzen ist. Vom Klassensprecher über den Aufsichtsrat bei VW bis hin zum Bundespräsidenten füllte er jedes Amt mit staatstragender Souveränität aus. Wulff gilt als äußerst kommunikationsfreudig, auch wenn mal nur der Anrufbeantworter rangeht. Auch in New York könnte sich der sturmfeste, erdverwachsene Wulffensprössling wohlfühlen. Die Familie Geerkens hat sicherlich auch im big apple noch Platz in der Besucherritze.

4. Park Jae-sang (PSY)

Wurden schon Details über Nachfolge geklärt? Ban Ki Moon trifft Psy

Mit seinem Megahit Gangnam-Style tanzte der verrückte Südkoreaner 2012 über den gesamten Globus und knackte kurz vor Weihnachten die 1-Milliarde-Klicks-Marke bei Youtube. Damit läutete Psy einen Paradigmenwechsel im digitalen Zeitalter ein. 2015 sprengte er sogar den Algorithmus des Videodienstes und zeigte der Weltgemeinschaft die Grenzen der Globalisierung auf. Mit seinem Hit könnte er noch viel Gutes tun, etwa den Welthunger besiegen, den Nahen Osten befrieden und den Meeresspiegel senken. Probieren kann man es doch mal...










(Bildquellen: Franz Beckenbauer: Wikimedia Commons, al-Baghdadi: Flickr, Wulff: Von Pujanak - Egen Wark, GFDL, Psy: By VOA News)

Sieht man bald häufiger: Bewaffnetes Bahnpersonal

Die Deutsche Bundesbahn möchte ihre Schaffner künftig mit Pfefferspray und Schlagstöcken ausstatten. Weitere neue Gadgets im Dienstleistungssektor:

  • Betäubungsgewehre für Briefträger gegen bissige Hunde
  • Hörschutz für Call-Center Mitarbeiter gegen nervtötende Kunden
  • Sprengstoff für Verkehrspolizisten gegen Falschparker
  • Zyankalikapseln für Sterneköche gegen unfaire Kritiker
  • Schleudersitze für Taxifahrer gegen besoffene Fahrgäste
  • ulkige "Wetten, dass...?"-Sichtschutzbrillen für den Gebührenzahler gegen ZDF-Abendshows
 
(Bildquellen: Schaffner: Wikimedia Commons, Uzi: Wikimedia Commons

Auf Spiegel Online wurde ein Artikel mit der klangvollen Überschrift "Die Villen der Warlords" veröffentlicht. Darin wird aufgezeigt, wie sich Warlords in Afrika, darunter Präsident Salva Kiir des jüngsten Staates auf Gottes grüner Erde - dem Südsudan - prachtvolle Anwesen in den teuersten Wohngebieten des Kontinents ergaunern.
 
Warlords gibt es aber nicht nur in Afrika. Auch hier in Deutschland protzen Warlords mit ihren Prunkbauten und stehen in der Vormittagssonne auf ihren Vormittagsbalkons und schauen mit verachtendem Blick auf das Fußvolk. deMisere hat eine Galerie mit den drei schönsten Warlord-Wohnsitzen der Republik zusammengestellt:


1. Andreas Heeschen - Mehrheitsanteilseigner Heckler & Koch
Quelle: Daily Mail

Der öffentlichkeitsscheue Großinvestor aus Bayern gibt nicht viel aus seinem Privatleben preis. Sein Anwesen auf der Karibikinsel Mustique stand auf der Einkaufsliste der Neumonarchischen Middleton Familie. Die "seven-bedroom-colonial-style-villa" hat einen Gesamtwert von 9,3 Mio britischen Pfund, und wurde schon von schillernden Persönlichkeiten wie Johnny Depp, Kate Moss und Sympathieträger Liam Gallagher bewohnt. Das Anwesen ist komplett unterkellert und bietet somit Platz für insgesamt 20.000 Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Präzisionsgewehre und 40-Millimeter-Systeme. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. So auch in der neugermanischen Kolonie in der Karibik.

2. Außenursel von der Leyen

Quelle: Google Earth

im beschaulichen Burgdorf-Beinhorn im Speckgürtel der Metropolregion Hannover hat sich Ursel mit ihrem Mann und ihren unzähligen Kindern niedergelassen. In der großzügig geschnittenen Garage findet sogar der eigens für die die Von der Leyens  angefertigter Familienvan eines hiesigen Automobilherrstellers platz, mit dem der ganze Clan im Sommer an den Lago Maggiore fährt, um mal richtig zu entspannen. Über der Garage hat sich der älteste Sohn Egmont sein eigenes Reich geschaffen, sogar mit eigener Küche und Satellitenfernsehen. "Er hat gerade sein Abitur gemacht und muss erstmal seinen Weg finden. Solange kann er sich bei uns wie zuhause fühlen", so Ursel. Im nördlichen Teil des Grundstücks wurde ein pittoreskes Heckenlabyrinth angepflanzt, die Nachbarn zeigen sich begeistert. Endlich ein wenig Versailler Charme in der trostlosen niedersächsischen Provinz. Im angrenzenden Waldstück vergnügt sich Ursel in der Freizeit mit einem Trainingsprogramm der Bundeswehr: Das Feldlager Kundus schenkte ihr beim letzten Besuch einen Satz Taliban-Pappaufsteller, die nun herhalten müssen: "Als erste weibliche Verteidigungsministerin muss ich nunmal beweisen, dass ich nicht nur die Flecken aus den Tarnmustern rauswaschen kann, sondern auch richtig anpacke!"

3. Major Tom - Thomas Enders, CEO der Airbus Group

Quelle: Google Earth

Thomas Enders, der noch bösere Zwillingsbruder von Popdiva Thomas Anders, hat es sich am Tegernsee gemütlich gemacht. Die halbe Mannschaft von Bayern München lebt in seiner Nachbarschaft, nachmittags sieht man die Kinder von Major Tom zusammen mit Philipp Lahm auf ein Garagentor bolzen, bis der kleine Philipp zum Abendbrot gerufen und ins Bett geschickt wird. Ab und zu fliegt der Hobbypilot und ehemalige Gebirgsjäger Enders mit seinem privaten Heli zur Arbeit nach Toulouse. Landeerlaubnis? braucht er nicht: Als CEO des zweitgrößten Rüstungskonzerns Europas zählen seine Arbeitswege zu  
sogenannten "sicherheitsrelevante Situationen", etwa wie Polizei- und Rettungsdienstflüge.

Die CSU plädiert in ihrem Forderungskatalog unter anderem für die Abschaffung des Doppelpasses.
Als Jörg Wontorra davon in Kenntnis gesetzt wird, gibt's kein halten mehr:

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Nachdem Jörg sich wieder beruhigt hatte, war er zu einer kurzen Stellungnahme bereit:

"Diese Entscheidung ist längst überfällig. Thomas Helmer, der alte Dampfgarer, hat weniger Charisma als Udo Lattek vor seinem ersten doppelten Doppelkorn am morgen. Es war sowieso alles anders, seit Udo nicht mehr ist. Wie Prinz Poldi einst weise in die Herzen der Bundesrepublik frug: 'Doppelpass alleine? Vergiss es!'. Außerdem habe ich schon seit einigen Jahren Hausverbot in der Lobby vom Kempinski Airport Hotel in München, weil ich eine Kellnerin nach dem hastigen Genuss von sieben Weizenbieren fragte, ob ich später eventuell ihre Abseitsfalle aufheben könne. Alles in Allem fällt mir der Abschied vom Doppelpass nicht schwer und ich kann ruhigen Gewissens sagen: Weg mit dem Doppelpass!"

Weitere Initiativen des CSU-Forderungskatalogs:

  •  Abschaffung aller Nationalmannschaften, außer der deutschen
  • Spielerfrauen dürfen nicht ungeschminkt hinter dem Herd hervortreten
  • Bayern München bekommt einen Vorsprung von 10 Punkten in der Bundesliga. Die Gegner dürfen keinen Torwart stellen
  • Die 1860er sollen sehen wo sie bleiben
  • Horst Seehofer löst Arjen Robben auf dem rechten Flügel ab